Evolution und Transhumanismus
„Die Sorglichsten fragen heute: wie bleibt der Mensch erhalten? Zarathustra aber fragt als der Einzige und erste: wie wird der Mensch überwunden? Diese Herrn von Heute überwindet mir, oh meine Brüder, diese kleinen Leute: die sind des Übermenschen größte Gefahr“1
Nietzsches Vorstellung von einer Herrenrasse an Übermenschen, die die schwache, verletzliche Menschheit hinter sich lässt, ist eine Vorstellung, die auch in der Philosophie des Transhumanismus einen zentralen Punkt darstellt. Dinge wie Krankheit und Tod sollen in der Zukunft keine Rolle mehr spielen, die Zukunft gehört dem Transhumanismus, dem posthumanen Menschen, dem körperlosen Individuum, dass das biologische Konzept Mensch zurücklässt. Der Tod sollte aus Sicht des Transhumanismus etwas Freiwilliges sein.
„Die menschliche Spezies kann über sich selbst hinauswachsen, wenn sie es möchte – nicht nur sporadisch, ein Individuum auf die eine Art, ein anderes auf eine andere Art und Weise, sondern als Gesamtheit, als Menschheit. Wir brauchen einen Namen für diese Überzeugung. Vielleicht kann Transhumanismus dienen: Der Mensch bleibt Mensch, aber er transzendiert sich selbst durch die Verwirklichung neuer Möglichkeiten in und über seine menschliche Natur.“2
Der Mensch scheint an einem entscheidenden Wendepunkt seiner Evolution angekommen. Der homo sapiens als dominierende Existenzform könnte schon bald der Vergangenheit angehören und wenn die Menschheit nicht sowie irgendwann nur noch virtuell in der Matrix existiert, dann so doch als genetisch optimierte cyborgartige Wesen oder vielleicht auch als Köpfe in Gläsern. Der Mensch ist als technisch und evolutionär überwundenes Konzept zu betrachten – Survival of the fittest. Überleben und dominieren wird die stärkste Form, was eine technisierte, verbesserte Form unserer Selbst sein wird. Die natürliche Auslese überwindet die Natur paradoxerweise. Wir haben längst damit angefangen die Natur zu überwinden und letzten Endes wird der Mensch auch sich selbst überwinden. Nick Bostrom, der Begründer der WTA (World Transhumanist Association) sieht den Transhumanismus als Prozess der menschlichen Verbesserung ganz im Sinne der Evolutionstheorie.
“In other words, transhumanism is the study of the means and obstacles to humanity using technological and other rational means to becoming posthumans, and of the ethical issues that are involved in this. Posthumans is the term for the very much more advanced beings that humans may one day design themselves into if we manage to upgrade our current human nature and radically extend our capacities. (...)Transhumanists view human nature as a work-in-progress: a half-baked beginnig that can be remolded in desirable ways through intelligent use of enhancement technologies.”3
Ich befasse mich hier vor allem mit der Fragestellung nach der Position des menschlichen Körpers und der neuen Auffassung vom Körper in Zeiten von Gentechnischer Innovationen, plastischer Chirurgie und Virtual Reality.
Why the future doesn’t need us?
Posthumanistische Körperkonzepte
Michel Houellebecq’s Roman „Die Möglichkeit einer Insel“ handelt von einer Menschengeneration, die aus Klonen besteht. Stirbt der Körper eines Menschen, wird sein Leben problemlos von einem Klon weitergeführt. Jeder dieser Klone schreibt einen Bericht über sein Leben, dass der nächste Klon sich besser „einarbeiten“ kann. Der Roman erzählt sowohl die Geschichte des Originals, der schwer mit dem Leben, der Liebe und dem zunehmenden körperlichen Verfall zu kämpfen hat, als auch die Geschichte von Daniel25 und Marie23, den Neomenschen, die nur geklonte Versionen der ersten sind und die meisten Emotionen verloren haben. Obwohl der Mensch in diesem Roman Unsterblichkeit erreichen kann, seine Gene werden unendlich oft reproduziert, hat er damit zu kämpfen. Der Körper sollte ein Gefäß sein, dass ersetzt werden kann, sobald es kaputt geht, doch offensichtlich stirbt in Hoellebecq’s Zukunftsvision immer etwas mit dem Körper, was sich nicht ersetzen lässt.
„Da ich genetisch gesehen von Daniel1 abstamme, habe ich natürlich die gleichen Züge (…), aber diese urplötzliche von einem spezifischen Glucksen begleitete Verzerrung des Gesichtsausdruck, die er Lachen nannte, kann ich nicht nachvollziehen; ich kann mir nicht einmal dessen Mechanismus vorstellen. (…) Es gibt mehrere Untersuchungen über das Verschwinden des Lachens beim Neomenschen; alle stimmen darin überein, dass es sehr schnell erfolgt ist.“4
Die Persönlichkeit ist mit dem Gedächtnis identisch und das Gedächtnis auf den nächsten Klon „upzuloaden“ ist noch nicht möglich, deshalb schreiben Houellebecq’s Figuren Lebensberichte. Mit der Unsterblichkeit entfernen sich seine Neomenschen immer mehr vom Mensch-sein und verwandeln sich in isolierte, emotionslose Hüllen, die auf den nächsten Tod warten, die echte Gefühle nicht mehr reproduzieren können. Die erste Generation, wie sie in dem Roman beschrieben wird, leidet unter einer kollektiven Angst vor dem Alter, dem Tod, der langsamen Dekonstruktion des eigenen Körpers, was sie beherrscht und letztlich immer mehr zerstört. Doch als diese Probleme durch die Unsterblichkeit keine Rolle mehr spielen, verliert der Mensch als Neomensch seine Menschlichkeit und die Einsicht liegt nahe, dass der Verfall ein zentraler Begriff des Mensch-seins darstellt, der nicht ausgelöscht werden kann, ohne die Menschheit bzw. das was uns Menschen ausmacht auszulöschen. Aber sind die Neomenschen die besseren Menschen? Verbessert die Überwindung der Körperlichkeit die Welt?
„Unsere Kultur beruht noch entscheidend auf der biologischen Spezies des Homo Sapiens, doch mit jedem Jahr gewinnen unsere Maschinen, ein wichtiges Produkt dieser Kultur, größere Bedeutung für ihre Entwicklung und Erweiterung. Früher oder später werden unsere Maschinen so klug sein, dass sie sich ohne fremde Hilfe instand halten, reproduzieren und vervollkommnen können. Sobald dies der Fall ist, wird die genetische Wachablösung abgeschlossen sein. Unsere Kultur wird dann in der Lage sein, sich unabhängig von der menschlichen Biologie und ihren Grenzen zu entwickeln und wird statt dessen direkt von einer Maschinengeneration auf die nächste, noch leistungsfähigere, noch intelligentere übergehen.“5
Maschinenmenschen sind eine Utopie, ein Traum der Menschen selbst Schöpfer zu sein, es zu schaffen, was ihre eigenen Schwächen kompensiert. Mary Shelly’s Frankenstein ist zwar nicht die einzige Beschreibung dieses Traums in der Literatur, aber wahrscheinlich die klassischste und populärste. Frankenstein schafft es einen künstlichen Menschen zum Leben zu erwecken und über ihn zu „herrschen“, doch wendet sich seine Kreatur nicht nur gegen ihn, sondern gegen alle Werte, die er vertreten sollte. Sein Monster sollte allen menschlichen Schwächen trotzen, die sich durch die Seele ergeben, wie auch immer man das definieren will. Er sollte Unzulänglichkeiten trotzen, die sich durch ein soziales Leben ergeben und dennoch machte er sich zum Vater seiner Kreatur, schuf eine soziale Verbindung und wurde letztlich deren Opfer. Frankensteins Geschöpf sehnt sich nach Menschlichkeit, nach Zuwendung und Liebe ebenso wie Pinocchio ein richtiger Junge sein will und der Blechmann im Zauberer von Oz gerne ein Herz hätte. Was genau unterscheidet den Menschen nach unserer Vorstellung vom Menschen, wie er nach Vorstellung des Transhumanismus sein wird und was ist das Erstrebenswerte an dieser Vorstellung?
Katherine Hayles erläutert den Körper im Posthumanismus mit Hilfe von vier Grundannahmen des Posthumanismus
Informationsmuster sind materieller Verkörperung immer vorzuziehen
Bewusstsein ist nichts weiter als ein Epiphänomen der Evolution und zu vernachlässigen
Der Körper ist und war immer eine Prothese, die ersetzbar ist
Es gibt keinen entscheidenden Unterschied zwischen dem menschlichen Körper und dessen Simulation durch einen Computer
Es gibt also keinen Unterschied zwischen uns und dem Transhumanen. Es gibt nichts, was den Menschen auszeichnet, Bewusstsein ist nichts, was wir einem Roboter unbedingt voraus hätten. Offensichtlich haben wir nichts, was uns auszeichnet, sondern dafür Defizite, die uns als Auslaufmodell qualifizieren, als ausgedientes Konzept.
„Der menschliche Körper mit seinen nur beschränkten mentalen Leistungen ist im Zuge der technischen Entwicklungen der vergangenen Jahrhunderte einfach obsolet geworden. Er ist aus der Sicht der Posthumanisten genauso veraltet, wie es die Schallplatte mit Einführung der CD wurde – ohne dass nun der ältere Tonträger als schlecht an sich charakterisiert wurde.“6
Nach Hayles Vorstellung ist der Mensch im Wesentlichen über sein Informationsmuster, nicht etwa über seinen austauschbaren Körper definiert, den sie als Behältnis degradiert. Die Menschheit befindet sich an einem Punkt, wo der evolutionäre Quantensprung kurz bevor steht, wie es viele Transhumanisten nennen. Der Wissenschaftler Marvin Minsky sieht, wie Hayles, die Grundlage des posthumanen Menschenbildes als informationstechnisches Konzept. Hans Moravec geht als einer der ersten Wissenschaftler, die sich in dieser Form mit Künstlicher Intelligenz auseinandergesetzt haben und die Möglichkeit der Unsterblichkeit im Datenraum in Erwägung zog, davon aus, dass Künstliche Intelligenz nicht etwas Unnatürliches darstellt, er bezeichnet sie vielmehr, schon fast liebevoll, als unsere Kinder. So auch der Titel seines Buches „Mind children“. Folglich sollte man nicht das Ende der Menschheit sehn, sondern der Fortbestand in den Kindern unseres Geistes. Es ist eine Art kollektiver Selbstmord einer Spezies, was sich im Moment vollzieht. Die Transhumanisten sprechen dem Menschen die Seele ab, wie auch der Medienkünstler Stelarc in seiner Arbeit, worauf ich später noch eingehen werde. Es gibt nichts Menschliches, was nicht auch künstlich reproduziert werden könnte. Wir sollten also offensichtlich nicht den Verlust unserer Körperlichkeit betrauern, da es im eigentlichen Sinne wohl keinen Verlust darstellt. Aber warum sind Houellebecq’s Neomenschen so unglücklich und warum sehnt sich Frankenstein nach Menschlichkeit, wenn es nichts ist, was wir verlieren.
Grundsätzlich basiert die Körperkonzeption des Trans- bzw. Posthumanismus auf dem kybernetischen Paradigma, von Norbert Wiener formuliert:
„Wir beginnen einzusehen, dass solche wichtigen Elemente wie die Neuronen, die Atome des Nervenkomplexes unseres Körpers, ihre Arbeit unter fast den gleichen Bedingungen wie Vakuumröhren verrichten, mit ihrer relativ kleinen Energie (…) und dass die Bilanz, die sehr wesentlich ist, keine Energiebilanz ist. Kurz, die neuere Untersuchung der Automaten, ob aus Metall oder aus Fleisch, ist ein Zweig der Nachrichtentechnik, und ihre Hauptbegriffe sind jene der Nachricht, Betrag der Störung oder Rauschen (…) Größe der Information, Kodierverfahren und so fort“7
D.h. der Mensch ist als Informationsmuster prinzipiell auch übertragbar bzw. sendbar. Hier drängen sich Assoziationen zu der Technologie des „Beamens“ auf. Was zweifellos bei „Star Trek“ im Science-fiction-Bereich angesiedelt ist, schien für Norbert Wiener und seine Anhänger bereits in den 50er Jahren als durchaus realistische Vorstellung und eine Technologie, die uns allen in nicht allzu ferner Zukunft zur Verfügung stehen könnte. Generell gestaltet sich der Fortschritt im Posthumanismus als ständige Leistungssteigerung, um Informationen immer schneller verarbeiten zu können. Oliver Krüger stellt in seinem Text „Gnosis im Cyberspace“ die Gleichung Leben bedeutet Informationsverarbeitung auf. Das menschliche Gehirn ist dabei langsamer als elektronische Systeme, deshalb als das zu optimierende System zu betrachten, um die Lebensqualität zu steigern. Marvin Minsky spricht von einer Verschwendung von Denkkapazität, je länger das biologische System existiert.
Marx formulierte die These, der Mensch sei Produkt seiner materiellen Bedingungen. Ändern sich die Bedingungen ändert sich auch das Menschenbild. Seit elektronische Medien existieren, üben sie einen enormen Einfluss auf unser Körperbild aus. Innerhalb starker Medienumbrüche ändert sich auch die Stellung des Körpers. Die komplette Digitalisierung der Medien stellt einen entscheidenden Wendepunkt, auch in der Körperkonzeption dar, da man hier generell von einer Entkörperlichung der Medien sprechen kann, bzw. Dematerialisierung. Das Bild vom Menschen driftet mehr und mehr ab in die Immaterialität. „Mind is the software of brain“, ein Bild, das zum Gemeinplatz posthumanistischer Theoretiker wurde und das allgemeiner Ansicht nach auch ohne Hardware auskommt. Es ist ein Theorem des Posthumanismus, dass der menschliche Geist rein utilitaristische Zwecke erfüllt, etwas absolut mechanistisches, dass nach einer programmierten Struktur abläuft und auch auf jeder beliebigen Hardware abläuft. Es war von vornherein ein Designer-Gehirn und das wird es auch nach Überwindung der Biologie sein.
In dem Film „Strange Days“ werden Empfindungen und Sinneseindrücke runtergeladen, um sie selbst zu erleben. Diese Utopie stellt für Raymond Kurzweil eine unglaubliche Möglichkeit dar. Der Fokus verschiebt sich von der technischen Optimierung des Körpers zur „software“. Das Gehirn bietet größere Veränderungsmöglichkeiten als die Beschäftigung mit dem Erbgut. Auch das körperliche Erleben in „Strange Days“ gestaltet sich primär als ein kognitives – der download erfolgt auf das Gehirn. Der Posthumanismus postuliert nicht einen Geist ohne Körper, sondern Körperlichkeit ohne Körper.8
Donna Haraway bezeichnet den Medienumbruch, die „Kommunikationsrevolution“ gleichzeitig als eine Restrukturierung der Gesellschaft. Sie bezeichnet die digitalen Medien, in diesem Zusammenhang in erster Linie das Internet, als „Informatics of domination“. Einerseits stellen digitale Medien die völlige Freiheit dar, insofern, dass jeder die Möglichkeit hat zu partizipieren und zu verändern, andererseits eine Art gesellschaftlichen Überwachungsapparat. Angesichts des neuen Monomedium „Cyberspace“ muss sich die Gesellschaft neu verorten. Gesellschaftliches Leben findet primär innerhalb neuer Medien statt, ein Leben abseits dessen kommt mittlerweile schon einer sozialen Ausgrenzung gleich. Körperbilder sind auch immer Produkt der Medien, vielleicht sogar ausschließlich. Randi Gunzenhäuser sieht hier die Bewegung der cultural studies zentral. Bedeutung verortet sich hiernach immer in einem bestimmten medialen Kontext, nichts bedeutet per se etwas. So ist auch ein Körperbild niemals unabhängig medialer Kontext und niemals konstant. Bedeutungen sind immer von kurzer Dauer und müssen unter sich ständig ändernden Bedingungen immer neu ausgehandelt werden.
In postmodernen Zeiten wird die Aushandlung von Identität immer schwieriger und es ist schon fast von einer Identitätsauflösung zu sprechen. Das Konzept der Identität verschwimmt angesichts der neuen Medien, die die absolute Freiheit auch in Bezug auf die eigene Identität vermitteln. Realität ist immer mehr ein Produkt des „Zeichensystems“ ein Produkt medialer Darstellung geworden, auch nur etwas auf das man sich einigen kann. Die Natürlichkeit steht nicht nur in Frage in der postmodernen, in der posthumanen Gesellschaft, sondern wurde im Grunde bereits vor Jahren zu Grabe getragen.
Körperbilder werden zunehmend diffuser in einer digitalisierten Umwelt, Körperkonzepte werden offener, stärker wandelbar, technisierter. Die Körpergrenzen verschwinden zunehmend und sind vor allem nicht mehr natürlich gegeben, sondern gesellschaftlich, vielmehr medial, vermittelt – auch körperliche Erfahrung findet nicht kontextfrei statt, sondern ist immer ein Stück weit sozial zu betrachten und in Hinblick auf die „digitalisierte Welt“ sicher immer stärker medial.
Katherine Hayles bezeichnet beim Treffen des „Virtual Worlds Team“ im so genannten Cyberforum „Active Worlds“„Distributed cognition“ als Zeichen des Posthumanen. Wir operieren qua unserer Kognition in einer informationstechnischen Umgebung, unsere komplette Umgebung gestaltet sich als ein einziger Computer, wenn man genau darüber nachdenkt. Wie bereits erwähnt, bedeutet Leben und Operieren in der postmodernen Gesellschaft Informationsverarbeitung. Hayles sieht die Verkörperung der Kognition teils in intelligenten Maschinen, teilweise in menschlichen Agenten, teils in Netzwerken. Was hier mit Agenten gemeint ist, lässt sich mit den Abläufen im Inneren des Körpers beschreiben. Verschiedene Agenten bezeichnen verschiedene Zuständigkeiten des Gehirns. Der Mensch ist in ganz unterschiedliche Informationsnetzwerke eingebunden, die sich im Gegensatz zum menschlichen Körper als unbegrenzt, unendlich darstellen.
Von Frankenstein zum Terminator – Der Cyborg als reale Zukunftsversion?
„Wir werden den Punkt erreichen, an dem es für die Leute nicht mehr wichtig sein wird, ob das Denken und die Persönlichkeit Teil eines biologischen oder eines nicht biologischen Körpers ist. Was wir heute als Maschinen betrachten, weil sie nicht biologisch sind, werden wir in Zukunft als menschlich akzeptieren. Diese sind unseres Geistes Kinder. Sie sind ein Ausdruck unserer menschlichen Zivilisation und deshalb sind sie menschlich.“9
Die Frage nach den Grenzen zwischen natürlich und Technik wird immer mehr obsolet und die Antwort uninteressant. Sowohl der menschliche Körper als auch die Maschine an sich assimilieren sich allmählich, der Mensch immer mehr maschinell und die Maschine immer menschlicher. Die Frage stellt sich unweigerlich – wie viel Cyborg steckt bereits jetzt in uns?
Donna Haraway’s viel zitierter Satz „We are Cyborgs. Cyborgs are our ontology“, vorrangig ein Aufruf an die feministische Forschung, drückt aus, dass der Cyborg nicht etwas darstellt, was wir erreichen müssen, sondern etwas, was zu uns gehört und was einen immanenten Teil unserer Entwicklung darstellt.
„Cyborgs sind posthumane Wesen, die aus Widersprüchen zusammengesetzt sind und herkömmliche, stabile Subjektkonzepte datenähnlich verflüssigen.“10
Schon Marshall Mc Luhan und Friedrich Kittler sahen die modernen Medien als Schritt in diese Richtung und sahen darin eine „prothesenhafte Verlängerung des Körpers“, als eine Art Verschiebung der Körpergrenzen, wie ich bereits angesprochen hatte. Haraway spricht von einer Offenheit der Körpergrenzen als Widerstandskonzept des Cyborgs. Der Cyborg ist nicht biologisch begrenzt und theoretisch beliebig erweiterbar, er stellt als Konzept die komplette Verschmelzung von Mensch und Maschine dar, deren reale Verwirklichung Raymond Kurzweil auf 2099 datierte, in der Form, dass die Menschheit als Rasse den nächsten evolutionären Schritt getan hat und die Biologie überwunden wurde. Donna Haraway’s Cyborg ist ein Körperverständnis jenseits von Konvention, weder Realität noch Fiktion. Für sie ist es die Verkörperung des Widerstands gegen gesellschaftlich anerkannte, patriarchale Körpernormen, in sich geschlossene Körperkonzepte. Der/die Cyborg ist das, was für Frankenstein sein Monster war, die Verkörperung einer anderen Form von Gesellschaft, einer anderen Form von Mensch, der in seiner Hybridität der herrschenden Ordnung trotzt. Das Cyborgkonzept stellt mittlerweile nicht mehr so viel Widerständiges dar. Körpergrenzen müssen nicht mehr aufgebrochen werden, sondern zeichnen den Menschen immer mehr als Hybridwesen aus – Technik ist nichts körperfremdes mehr, die Cyborgkonzeption stellt sich als Verbesserung menschlicher Körper dar, macht den Menschen anpassbar an seine sich rasant verändernde Umwelt.
Katherine Hayles erklärte, dass Maschinen seit ihrer Existenz, dass Menschenbild mitgeprägt und verändert haben. Der Mensch war wohl immer ein wenig künstlich und entwickelte sich immer mehr in Richtung dessen, was wir hier unter Cyborg verstehen. Der Integrationsgrad von moderner Technik tatsächlich in unseren Körper steigt mit dem Entwicklungsstand der Technik. Frank Prengel, Leiter der Deutschen Gesellschaft für Transhumanismus, nannte Beispiele von Krücken, die zu künstlichen Hüftgelenken wurden und Brillen, die zu Kontaktlinsen wurden. Die Technik wird mehr und mehr von uns verinnerlicht. Plastische Chirurgie ist kaum mehr als ein normaler Arztbesuch und absolut an der Tagesordnung. Das gilt auch für den Bereich der Genetik, womit wir uns unseren Körper schon ein Stück weit entfremdet haben. Obwohl es hier noch deutliche Forschungsbeschränkungen gibt, aufgrund ethischer Aspekte, ist eine faschistische Gesellschaft wie in dem Film „Gattaca“, worauf ich später noch mal zu sprechen komme, keine reine Science fiction. „Designer-Babies“ sind zwar nichts toleriertes, aber dennoch absolut realisierbar, so werden die körperlichen Attribute des Kindes wie Autozubehör ausgesucht. In England wurde die Entwicklung eines solchen Kindes gestattet, um das an einer Blutkrankheit erkrankte erste Kind des Paares zu retten. Ein Mensch als Ersatzteillager degradiert.
Der französische Existenzialist Jean Paul Sartre formulierte die These „Der Mensch ist sein eigener Entwurf“, natürlich proklamierte er damit die radikale Freiheit des Menschen und hat in diesem Kontext wenig mit der Technisierung des menschlichen Körpers zu tun, jedoch könnte man genau diesen Satz als These des Transhumanismus in Bezug auf den Cyborg Mensch benutzen. Die Möglichkeiten sich selbst zu entwerfen und technisch „upzugraden“ scheinen unbegrenzt. Was ursprünglich zur Kompensation von körperlichen Defiziten gedacht war, ist auch als genau das, als upgrade denkbar, als Verbesserung. Frank Prengel gibt das Beispiel von künstlichen Augen, die blinden Menschen helfen, bei denen eine Infrarotfunktion eingebaut werden könnte. Der Schritt zum Terminator ist von hier nur noch ein geringer.
Den nächsten Schritt auf dem Weg zur Cyborggesellschaft stellt der, unter anderem von Raymond Kurzweil, beschriebene „brainscan“ dar, wo das menschliche Gehirn, bzw. dessen kompletter Inhalt einfach auf einen Rechner hochgeladen wird. Der Abschied vom menschlichen Körper und der Natur.
Vieles was wir heute noch für absolute Science-fiction halten und für nicht umzusetzen kann sich schon bald als nahe Zukunft herausstellen. Auch wenn die KI-Forschung noch keineswegs soweit ist tatsächlich intelligente Computer und Maschinen mit Bewusstsein zu schaffen. Der so genannte Turing-Test, den der Wissenschaftler Alan Turing 1950 entwickelte, soll die Antwort auf die Frage ob Maschinen denken können beantworten und ist so konzipiert, dass bei einem Frage-Antwort-Spiel, das von einem Menschen gegen eine Maschine gespielt wird, die Unterscheidung nicht mehr zu machen ist, ob die Antworten vom Menschen oder von der Maschine kommen. Noch ist kein Rechner in der Lage diesen Test zu bestehen, aber z.B. war Edgar Allan Poe 1836 absolut überzeugt, dass eine Maschine niemals Schachspielen können würde. Mittlerweile wurde der amtierende Weltmeister von einem Computer geschlagen.
In der KI-Forschung existiert das so genannte „Sense-think-act“-Paradigma, das da lautet -die künstliche Intelligenz muss die Welt „erfahren“, um mit ihr und in ihr interagieren zu können, muss in der Lage sein die Erfahrungsdaten kognitiv zu verarbeiten und zu handeln, um einen output zu erzeugen. Dieses Paradigma wurde verändert und denken wurde zu rechnen. Katherine Hayles wandte dazu ein, dass der Akt des Denkens, dass tatsächliche Kognition mehr involviert als bloßes Rechnen, es ist vielmehr „verkörpert“, es erfordert eine Interaktion mit der Welt, ein Nervensystem.
Der Leiter der für Artificial Intelligence zuständigen Abteilung des MIT, Brooks bezeichnet das Bewusstsein, dass den Menschen doch auszeichnet und vom Tier unterscheidet, als Epiphänomen der Evolution. Etwas, das sich beiläufig entwickelt hat und uns Menschen keineswegs die Krone der Schöpfung aufsetzt und schon gar nicht als privilegiert gegenüber künstlicher Intelligenzen auszeichnet. Der Begriff des Menschlichen muss allein durch die Existenz moderner Maschinen und KIs neu formuliert werden. Die Weiterentwicklung des Menschen ist nun eine, die auf technischen Prozessen beruht. Doch ist die Frage nach dem Bewusstsein dennoch eine Wesentliche und viel diskutierte Frage.
Vor allem in Film und Literatur wurden die Gefahren und Möglichkeiten selbstbewusster Maschinengenerationen ausgiebig verhandelt. HAL 9000, der intelligente Bordcomputer in Stanley Kubrick’s Space Odysee, entwickelt sich in seinem Bestreben ein Ziel zu erreichen, zu einer Lebensbedrohung für die Besatzung wird. In dem Film „I, Robot“, wo intelligente Roboter quasi als Diener gehalten werden, sind die „Robots“ nach bestimmten Grundsätzen programmiert, die es ihnen verbieten Menschen irgendetwas anzutun, sondern immer menschliches Leben zu bewahren – hier gibt es sowohl Robots, die durch falsche Programmierung, bewusst bösartig handelnd, zum Mörder werden, als auch das Pinocchio-Pendant, dass gerne als Person betrachtet werden würde. So wie es gute und schlechte Menschen gibt, gibt es auch Robots mit guter oder schlechter Persönlichkeit. Als das maßgebliche Schreckensszenario selbstbewusster Maschinengenerationen stellt sich die Trilogie der Wachowskis „The Matrix“ dar. Die Filme, die auf der japanischen Anime-Serie „Ghost in the shell“ beruhen, beschreiben eine Zukunft, in der Maschinen die Herrschaft der Welt übernommen haben, die Menschen als Energiequellen benutzen und sie ahnungslos in einer computergenerierten Matrix leben lassen, wie auch in der Cyberpunkliteratur beschrieben. Der Film wird später hier noch mal aufgegriffen werden.
Die Beispiele vom Schrecken selbstbewusster Maschinen sind zahlreich. Doch ist abseits des Science-fiction-Bereich die Möglichkeit bewusst denkender, intelligenter Maschinen denkbar? Die Frage nach Bewusstsein ist naturgemäß keine einfache, da nicht mal wir Menschen eine konkrete Vorstellung davon haben und die Frage in der Philosophie durchaus Streitpotential aufweist. Der Turing-Test bietet nicht die Möglichkeit Bewusstsein zu messen, niemand kann außer bei sich selbst ein Bewusstsein bestätigen. Da man bei allen Menschen davon ausgehen kann, dass sie ein Bewusstsein besitzen und alle Menschen im Grunde mit denselben neuronalen Strukturen ausgestattet sind, wäre davon auszugehen, dass bei rechnergenerierten neuronalen Strukturen, die sich von menschlichen im wesentlichen nicht mehr unterscheiden, auch ein Bewusstsein vorhanden wäre. Natürlich nur, wenn man den posthumanistischen Vorstellungen vom Menschen folgend, den Menschen als mechanistisch und in seiner Gänze simulierbar, mithin sendbar begreift. Die Möglichkeit einer Simulation von derart komplexen Strukturen wie die, des menschlichen Gehirns, würde, Wissenschaftlern zufolge, einen Speicherraum von 4 Millionen Gigabyte für die Neuronen und ungefähr 5 Millionen Gigabyte für das gesamte Gehirn, benötigen. Giorgio Buttazzo hebt in seinem Text „Kann je eine Maschine sich ihrer selbst bewusst werden?“ hervor, dass das errechnete Jahr, in dem soviel Datenraum zu Verfügung stehen würde, mit dem Jahr übereinstimmt, in dem James Cameron’s Film „Terminator 2“ spielt. Ein Umstand, der wohl nicht als Zufall bezeichnet werden kann.
Ob dann die Erde von den Maschinen übernommen wird, ist allerdings noch sehr fraglich, da niemand sagen kann, ob es jemals möglich sein wird etwas Abstraktes wie ein Bewusstsein zu simulieren. Die Menschheit wird irgendwann nicht mehr existieren und das ist eine Tatsache, da einfach diese Welt keinen Lebensraum mehr bieten wird. Ob die Transhumanisten dann diejenigen sein werden, zu denen die Cyborggesellschaft aufblickt und als ihre Schöpfer verehrt, wage ich zu bezweifeln.
Virtuelle Realität ohne Realität?
“Wir leben in einer Gesellschaft mit Kaffee ohne Koffein, Schokolade ohne Zucker und Virtualität als Realität ohne Realität”11
Der Begriff Interaktivität bezeichnet bei Randi Gunzenhäuser das Ziel vieler „user“ der völligen Verschmelzung mit dem Datenraum, der persönlichen Teilhabe am Datenraum. Der Mensch hat die Möglichkeit an der „Macht des Zeichensystem“ zu partizipieren. Ein Beispiel ist der wahnsinnige Umsatz von Computerspielen und Konsolen. Viele besorgte Kritiker bescheinigen einen Realitätsverlust und propagieren die Gefahren und das Suchtpotential. Die Gefahr man könnte die eine Realität über der anderen vergessen. Es ist das „Versprechen den eigenen Körper als Teil der Lebenswelt hinter sich lassen zu können“12
Nintendo brachte 2006 eine neue Konsole auf den Markt, die eine noch stärkere Einbindung des Körpers in das Spiel versprach. Es wurde zum durchschlagenden Erfolg und so wird die Erfahrung des Tennisspiels oder des Bowling schon fast zur Realität auf dem Bildschirm. Auch zum Skifahren muss ich nicht mehr in die Berge fahren, jetzt geht das ganz bequem und mit Sicherheit verletzungsfrei in meinem Wohnzimmer. Computerspiele sind umso besser und beliebter je mehr der Spieler das Gefühl hat selbst ein Teil dieser fiktionalen Welt zu sein. So genannte Egoshooter wie „Half Life“ oder „Fear“ lassen durch die Perspektive und die Graphik den Spieler selbst zum Killer werden und wirken dabei so real, dass sie einen mehr ängstigen können als jeder Horrorfilm.
Der Wunsch ist eindeutig: soviel Verschmelzung mit der anderen Realität wie möglich, den eigenen Körper hinter sich lassen und Leben im Cyberspace. Der Begriff Cyberspace lässt sich kaum noch verorten, kaum definieren, der Cyberspace ist überall und weitet sich ins Unendliche aus. Hier geht es um eine völlig neue Art von Körperbewusstsein, eine virtuelle Erfahrung, bei der die Schnittstellen zwischen Körper und Virtualität langsam verschwinden und der eigene Körper auf neue Art erlebt wird.
„The grand message of the cyber discourse is that we are living in a cyber-culture empowering us to transcend into cyberspace where we can surf as cybernauts set free from all the constraints of corporeality and matter, in the primal state of the matrix, in pure virtuality“13
Mit diesem Diskurs setzte sich schon früh die Cyberpunk-Bewegung auseinander. Cyberpunk entstand in der Literatur bereits Anfang der 80er. Autoren wie William Gibson, Aldous Huxley und Bruce Sterling erlangten durch ihre Science-fiction-Romane Berühmtheit. Richtig populär wurde der Cyberpunk durch die Filmindustrie – durch Filme wie „The Matrix“( eine Art Remake des Anime-Klassikers „Ghost in the shell“), „Blade Runner“ oder auch „Strange days“ erreichte die Thematik eine breitere Öffentlichkeit. Die Welt, die in Cyberpunkliteratur beschrieben wird, ist eine Welt, die weitgehend online existiert, im Cyberspace. „Multinationale Konzerne“ üben die Macht aus, die Welt ist zu einer einzigen Riesenmetropole verschmolzen. Eine simulierte Welt, der Cyberspace ist allen verfügbar. Das Interface zum Eintritt in diese Welt ist meistens am Körper selbst, so dass das menschliche Gehirn direkt mit dem System verbunden ist. So dargestellt in den „Matrix-Filmen“ .Oder auch in „eXistenz“, wo es der so genannte „Bioport“ ist, der den Zugang zu der Realität eines Computerspiels ermöglicht, wo eine Unterscheidung zwischen Realität und Spiel eigentlich nicht mehr möglich ist, was das Ende des Films überdeutlich zeigt. Der Bioport ist eine Art Steckdose am Körper, wo die „Konsole“, ein Gebilde aus Fleisch, was von der Spielentwicklerin auch als Baby bezeichnet wird, eingesteckt wird. Das Spiel wird als menschlich oder zumindest organisches Wesen dargestellt, das auch krank werden und sterben kann. Ähnlich ist die Darstellung in den Matrix-Filmen, wo über eine solche Steckdose am Hinterkopf die Protagonisten sich in die Matrix „einstöpseln“. Auch hier handelt es sich um einen Datenraum, der sich von der Realität, die wir kennen nicht unterscheidet, jedoch sehr von der Realität, die in dem Film als die tatsächliche Realität dargestellt wird. Eine Realität, wo intelligente Maschinen die Menschheit unterworfen haben und sie in einer Matrix leben lassen, um sie ruhig zu stellen. Die Matrix ist unsere Realität. Und Neo, der in der Matrix lebte, muss im Film die Entscheidung treffen, ob er lieber zurück in die Ahnungslosigkeit will oder mit einer kleinen Gruppe gegen die Maschinen in der Wirklichkeit kämpfen will. Er trifft die Entscheidung gegen die Matrix, gegen den Datenraum, der nur Realität vorgaukelt, wo man als bloße Figur, körperlos in einer virtuellen Welt existiert. Die zentrale Figur in William Gibsons Roman „Neuromancer“ hätte diese Entscheidung mit Sicherheit nicht getroffen. Sein primäres Ziel am Anfang des Buches ist es wieder in den Datenraum zurückzukommen, aus dem er verbannt wurde. Sein Leben ohne Körper gefällt ihm um einiges besser und seine Existenz in der Realität ödet ihn an. Darüber hinaus ist es für ihn als Hacker notwenig dort existieren zu können, da es sein einziges Einkommen darstellt. In „Neuromancer“ tritt die Erfahrung der simulierten Realität in zwei Versionen auf. Zum einen durch „Simstim“ und zum anderen als „Cyberspace“. Stimstim bedeutet, dass man über ein Gerät, an das das eigene Gehirn über Elektroden angeschlossen ist, die Erfahrungen eines anderen miterleben kann. So dargestellt z.B. in „Strange Days“ wo reale Erfahrungen zum Vergnügen Dritter verkauft werden und erlebt werden können. Hier z.B. erlebt eine Figur die Vergewaltigung einer Frau mit – mit allen körperlichen und seelischen Empfindungen des Vergewaltigers. Ähnlich funktioniert das in Neuromancer – hier ist es der legitime Nachfolger des Fernsehens und wird für den Großteil der Bevölkerung zum kompletten Ersatz eigener Gefühle und sozialen Beziehungen. Der eigene Körper wird als bloßen „Persönlichkeitsspeicher“ degradiert, ein Medium wie jede beliebige Festplatte. Die präferierte Existenzform ist virtuell. Wenn die Hauptfigur Case in „Neuromancer“ aus der virtuellen Welt in die reale zurückgeworfen wird, hat er mehrmals einen minutenlangen Hirntod hinter sich, aber dennoch lebt er weiter. Im Roman gibt es überhaupt kein Verhältnis zum Körper mehr. Organe sind als Ersatzteile oder Upgrades auf dem freien Markt erhältlich.
„Der Körper ist in Gibsons Welt durch seine nahezu grenzenlose maschinale Beherrschbarkeit zu einer Maschine geworden.“14Oder auch wie gesagt ein Datenspeicher. Im Roman existieren Persönlichkeitsprofile wodurch auch die Psyche eines jeden genau berechenbar ist. Die Persönlichkeit des ehemaligen, bereits verstorbenen Mentors von Case ist auf einer Hardware-Komponente gespeichert. Gedächtnisinhalte können wie gewöhnliche Sicherungskopien archiviert werden. Die kriminellen Auftraggeber in „Neuromancer“ sind künstliche Intelligenzen – sie stellen den Endpunkt einer kybernetischen Anthropologie dar: menschliches Denken basierend auf einem Datensatz.15 Der Endpunkt der menschlichen Evolution.
„Der symbolische Wert der Maschinen liegt darin, dass sie uns daran erinnern, dass unser eigenes Leben in einem ähnlichen Sinn etwas Simuliertes sein könnte wie das ihrige.“16
Die Grenzen zwischen „natürlich“ und „künstlich“ sind in Gibsons Welt kaum noch relevant.
Das Beispiel Second Life
„Der Datenraum verspricht dem user keine individualisierende Erfahrung. Das Ich wird vielmehr technisch mit unendlich vielen anderen Usern auf der ganzen Welt verbunden und in ein großes System von Beziehungen eingespeist, um den digitalen Raum gemeinsam zu erleben. Das postmoderne Individuum tritt also (…) im Datenraum aus seiner Individualität heraus und in ein Kollektiv ein.“17
Bezogen ist diese Aussage auf den Cyberspace in „Neuromancer“. Anwendbar ist sie genauso auf andere Erzeugnisse des Cyberpunk und an dieser Stelle beziehen will ich sie auf die internetbasierte, virtuelle Welt des „Second Life“. Die Idee der virtuellen Welt „Second Life“ geht auf den Roman „Snow Crash“ des Cyberpunk-Autors Neal Stephenson zurück. Ziel des Erfinders bzw. Gründers der Entwicklerfirma Linden Lab, Philip Rosedale, war es ein „Metaverse“ zu schaffen, wie es Stephenson in seinem Roman entwirft.
„Second Life“ ist im Grunde eine Mischung aus Chatroom, Computerspiel und Einkaufszentrum. Es ist ein Programm, das über die Website kostenlos runtergeladen werden kann und dem User die Möglichkeit bietet sich als Avatar in dieser simulierten Welt zu bewegen und mit anderen Usern auf der ganzen Welt in Kontakt zu treten. Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten sich mit anderen zu unterhalten „local chat“, das wäre die öffentliche Variante der Unterhaltung zwischen mehreren Usern, die über mehrere Meter gehört werden kann und „instant messaging“ für Unterhaltungen zwischen nur zwei Usern, die privat reden.
Es ist nicht direkt als Spiel zu bezeichnen, da kein klar definierter Endpunkt zu erreichen ist und auch keine Verlierer oder Gewinner existieren. Wenn man es als Spiel bezeichnen will, dann vielleicht als eine Art virtuelles Monopoly, wo es auch darum geht den größtmöglichen Profit zu erwirtschaften, allerdings bietet „Second Life“ die Möglichkeit das Spielgeld in echtes zu verwandeln. Denn die virtuelle Währung, der Linden Dollar ist zu einem relativ stabilen Kurs von 270L$ zu einem US$ umtauschbar. Virtuelle Eigentümer können gekauft und verkauft werden ebenso wie Immobilien und Grundstücke.
Ein Harvard-Professor unterrichtete seine Klasse in Second Life, die Band Duran Duran gibt Live-Konzerte, Politiker halten öffentliche Debatten ab, Firmen haben Meetings und Konferenzen, Hotelketten probieren neue Konzepte aus und befragen User wie sie ankommen, Firmen wie Adidas oder Amazon haben Shops eröffnet und sogar Axel Springer hat die erste Boulevardzeitung in Second Life veröffentlicht. Die Second Life-Gemeinde ist von Oktober 2006 bis Dezember des gleichen Jahres um eine Million User gewachsen und bis März 2007 waren es fünf Millionen.
„Snow Crash“ ist eine düstere Satire, wo die Gesellschaft vereinsamt. Im Wesentlichen geht es in Second Life um Sex und Shopping, wie einige User zugeben. Die Wissenschaftlerin Sherry Turkle bezeichnete das Internet in „Life on the screen“ als soziales Labor, wo neue Konstruktionen von Identitäten getestet werden können – er werden neue Kommunikationsformen etabliert, die sich nicht mehr auf das Konzept einer geschlossenen Identität berufen. Tatsächlich ist es so, dass man in seinem „zweiten Leben“ sein kann wer immer und wie immer man will. Die meisten Freundschaften, die im SL geschlossen werden, werden niemals ins erste Leben übertragen, die wenigsten Chatpartner lernen sich je persönlich kennen und im Wesentlichen ist es reine Selbstdarstellung und nicht mehr Konversation um des menschlichen Kontakt willen. Nicht nur virtuelle Welten wie SL bieten diese Möglichkeit. Das Internet ist als virtuelle Realität an sich tatsächlich ein soziales Labor voll von imaginärer Gruppenbildung, die real nicht existiert, um sich teilweise auch ein Gefühl von Gemeinschaft zu suggerieren, die allerdings vollkommen fiktiv ist. Der Satz „Ich lebe online“ ist schon lange keine leere Phrase mehr, sondern für viele zweite Leben, die zweite Realität, die nur auf dem Bildschirm existiert, aber bedeutender für die Person ist. Das Bild von mir, das ich geschaffen habe, ist bedeutender als es mein wahres Ich je sein könnte. Ein weiteres Beispiel sind die zahlreichen Kommunikationsplattformen. Ein Beispiel stellt die unter Studenten beliebte Plattform studivz.net dar, dass die perfekte Möglichkeit bietet die eigene Identität bzw. die eigene Realität zu schaffen und zu generieren, wie man gerne hätte, dass andere Menschen sie sehen. Man schafft sich selbst eine Identität, die vielleicht nicht viel mit der Realität zu tun hat, aber darum geht es gerade. Möglichst das Ich darstellen, dass man gern wäre, aber nicht sein kann - Kommunikation zum Selbstzweck.
“As many of us begin to spend as much time in these make-believe worlds as the real one, Castronova (professor at Indiana University) sees the relationship between real and synthetic worlds becoming increasingly blurred, leading clashes between the two”18
Hier wird auf den bereits erwähnten Realitätsverlust vieler Menschen, die viel Zeit im Internet bzw. SL verbringen, angespielt. Wenn es auch nicht auf realen sozialen Beziehungen beruht, kann das Leben, dass online geführt wird für viele durchaus reizvoller als das reale Leben sein und die virtuelle Realität wird bevorzugt. Doch ist es so, dass der Körper und das erste Leben nicht ignoriert werden können, zumindest im Moment noch nicht, nicht mal in „Neuromancer“ existiert der Protagonist vollkommen unabhängig von seinem biologischen Körper. Man kann nicht genau sagen, ob es je möglich sein wird das menschliche Gehirn uploaden zu können und virtuell zu existieren, wie es das Utopia des Transhumanismus darstellt, aber es ist klar, diese virtuellen Welten die Vorstufe darstellen. So stellt die Digitalisierung sozialer Beziehungen, also eines erheblichen Teils menschlicher Existenz, die Erfüllung eines posthumanistischen Konzepts dar.
The obsolete Body
Die Philosophie des Medienkünstler Stelarc
Die Arbeit des australischen Medienkünstlers Stelarc geht davon aus, dass der menschliche Körper in seiner rein biologischen Form obsolet ist. Nach seiner Überzeugung kann der Körper ebenso wie ein technisches System mit Upgrades aufgewertet werden bzw. erweitert werden.
“Es geht darum herauszufinden, was ist der Körper, was ist die Idee des Geistes. Wenn wir die Haut durchstoßen, dann ist die Haut nicht mehr einfach die Grenze des Selbst oder der Anfang der äußeren Welt. Der Körper erfährt eine Erweiterung.“19
Mensch und Technologie stellen keine absoluten Grenzen dar, sondern stellen sich in einem kaum trennbaren Verhältnis dar, dass in Stelarcs Kunst eine Erweiterung erfährt. Wirklichkeit und virtuelle Wirklichkeit verschmelzen sowie die „technische“ und „biologische“ Maschine. Die Performances, bei denen Stelarc sich an seiner Haut aufhängen und mehrere hundert Meter hoch ziehen ließ, sollen vor allem eine Art Entgrenzung des Körpers darstellen.
Der Transhumanismus sieht den menschlichen Körper als bedeutungsleeres Konstrukt und als in Kürze überwunden. Stelarc sieht den Menschen als technisch erweiterte Version seiner selbst als Verkörperung seiner größten Schreckensvision.
„Bodies are both Zombies and Cyborgs. We have never had a mind of our own and we often perform involuntarily conditioned and externally prompted. Ever since we evolved as hominids and developed bipedal locomotion, two limbs became manipulators and we constructed artifacts, instruments and machines. In other words we have always been coupled with technology. We have always been prosthetic bodies. We fear the involuntary and we are becoming increasingly automated and extended. But we fear what we have always been and we have already become – Zombies and Cyborgs”20
Der Körper ist bei Stelarc auf eine bloße Schnittstelle reduziert, als interdisziplinäres Verbindungspunkt zwischen Kunst und Technik. Er beschäftigt sich in seinen Werken oft mit der Erweiterung des Körpers durch Prothesen. Durch diese Arbeiten unter dem Titel „Amplified Body“ überschreitet er die Grenze des menschlichen und entfremdet den Körper. Sensoren messen die biologischen Vorgänge in Stelarcs Körper (Gehirnwellen, Puls etc.) und werden in akustische und visuelle Signale übersetzt, die als Laserstrahlen und Töne nach außen sichtbar werden. Eine künstliche, dritte Hand, die an seinem Arm angebracht ist wird von ihm selbst gesteuert, der andere Arm wird von einem Dritten über das Internet gesteuert. Bestimmte heruntergeladene Daten werden in elektronische Impulse umgewandelt, die die Muskelenden stimulieren und Bewegung verursachen. Seine inneren Körpervorgänge laufen quasi über einen Verstärker nach außen, werden sichtbar gemacht. Außen-und Innenraum des Körpers verschmelzen ein Stück weit und die Grenze der Haut wird unwichtig. Der menschliche Körper erscheint als Gesamtkunstwerk in seiner Überflüssigkeit. Auch durch die Performance mit einer verschluckten Skulptur, die sich erst im Körperinneren entfaltet ist dafür ein gutes Beispiel. Der menschliche Körper wird zum bloßen Behältnis funktionalisiert. Funktionalisiert und nach Stelarcs Ansicht verbessert wird der Körper durch seine Kunst. Vor ein paar Jahren war seine „dritte Hand“ ein Phänomen, heute ist sie für Wissenschaft und Technik fast schon wieder ein alter Hut. Aber er entwickelt sich mit der Technologie, ebenso wie seine Körpergestaltung. Der Körper wird immer weitere Innovationen und Upgrades erfahren, so sicher wie es ein neues Windows-Betriebssystem geben wird.
„Stelarcs Performances sind Cyberpunk in Reinkultur. (…) er ist in gleichem Maße die Erweiterung seines High-Tech Systems, wie er seinerseits von ihm erweitert wird“21
Technische Hilfsmittel um unser Leben zu verbessern sind an sich nichts Neues. Sie sind unverzichtbar für Menschen, die Arme oder Beine verloren haben, Herzpatienten, die mit einem Schrittmacher leben oder Menschen mit Implantaten. Allerdings würde vermutlich keiner dieser Menschen die Technologie als Verbesserung ihrer Selbst sehen, sondern vielmehr üble Notwendigkeit, um körperliche Defizite auszugleichen und weiterleben zu können. Niemand mit einer Armprothese würde sich als nächsten fantastischen evolutionären Schritt sehen, sondern einfach als körperlich beeinträchtigt. Allerdings ist unser Körper schon längst von der Gesellschaft zum ästhetischen Kunstobjekt degradiert worden. Hier ist noch mal das Beispiel plastische Chirurgie anzusprechen. Hier scheint Technologie als Aufwertung, Upgrade des eigenen Körpers. Es ist nicht mehr das Defizit gegenüber dem Natürlichen, sondern die letzte Knechtung der Natur. Auf gewisse Art und Weise hat sich der amerikanische Sänger Michael Jackson zum Cyborg gemacht, indem er sein gesamtes Erscheinungsbild einschließlich der Hautfarbe nach seinen Wünschen umgestaltete. Ein wandelndes Ersatzteillager – würde man es für ästhetisch erstrebenswert halten, würde vielleicht auch Stelars „Extraohr“ schon bald überall zu sehen sein.
Der nächste und vielleicht letzte Schritt, um den Menschen als Gestalter und Schöpfer allen Lebens zu erklären wäre die Gentechnik. Stelarc spricht davon das eigene „DNA-Schicksal“ zu bestimmen, als absolute Freiheit. In Anrew Niccols in vielleicht nahre Zukunft angesiedeltem Film „Gattaca“ werden die Menschen in valide und invalide entsprechend ihrem genetischen Code eingeteilt. Während den validen, genetisch optimierten Reagenzglas-Menschen alle Türen offen stehen, leben die invaliden „oldschool“-Menschen , deren Genetik naturbestimmt ist, als sozial Ausgestoßene, die allenfalls für die Validen putzen dürfen. Für Stelarc wahrscheinlich ein wahr gewordener Traum.
„Technologie ist nicht etwas Fremdes, Anderes. Mann kann Technologie und Körper nicht trennen. Technologie ist ein Teil des Menschen“22
Technologie als Konzept ist etwas Körperimmanentes und das ist nie anders gewesen. Evolution ist nur eine Art technischer Reifungsprozess, eine ständige Verbesserung der „Hardware“, ein sich selbst entwickelndes System. Stelarcs „dritte Hand“ zeigt überdeutlich, dass die „natürliche“ Technologie des Körpers beliebig nutzbar und koppelbar ist, die Schnittstellen sind da.
Eine Schnittstelle nach außen wird allerdings bei Stelarcs neusten Vorhaben nicht mehr wirklich von Nöten sein – dann geht es nämlich um die Platzierung von Chips im Körperinneren, um eine Programmierung des Körpers zu ermöglichen. Und spätestens dann kann man die Evolution zum Endziel Cyborg als abgeschlossen betrachten.
„Ideen wie Seele, Geist etc. sind kulturelle Konstrukte. (…) wir haben einfach die Tendenz, unsere Ideen nach außen abzubilden, zu projizieren. Geist ist ein kulturelles Konstrukt, nicht etwas, das per se schon existiert“23
Schon bei Descartes waren Körper und Geist separate Konstrukte, die bei ihm durch die „Zirbeldrüse“ verbunden wurden, aber auf jeden Fall getrennte Systeme waren. Der Körper als etwas Maschinelles, das die Befehle des Geistes ausführt, die ihm über die Zirbeldrüse vermittelt werden. Ganz ähnlich sieht es bei Stelarc aus. Im obigen Zitat spricht es davon, dass der Geist nicht per se existiert, er ist also nicht von Natur aus gegeben. Anders formuliert, die Software war nicht im Lieferumfang erhalten. Die muss erst innerhalb einer sozialen Ordnung generiert werden. Stelarc selbst glaubt nach eigener Aussage nicht, dass der Mensch so etwas wie eine Seele hat. Er glaubt nicht an etwas, das jeden Menschen einzigartig macht und über das rein funktionelle hinausgeht – etwas, dass nicht über elektronische Reize oder Chips manipuliert werden kann. Wir sind folglich alle aus demselben, wenn auch leicht variierenden Material, Sklave dessen, was unser Umfeld letztlich aus unserem Material schafft und in jedem Fall immer zu optimieren.
Fazit
Eine Berliner Sängerin singt in einem ihrer Lieder “Zivilisation ist die ständige Vermehrung unnötiger Notwendigkeiten“. Und sie besingt den zivilisatorischen Prozess, der sich im Grunde schon seit Anbeginn der Zeit als ein technischer begreift, meiner Ansicht nach ganz treffend. Unnötig und notwendig. Es ist ganz klar, dass wir nicht eine „Zurück-zur-Natur“-Auffassung beschwören können, viele technische Entwicklung waren Notwendigkeiten, sicher auch um unser Leben lebenswerter zu machen. Der evolutionäre Prozess, ist ein Prozess, der sich in seiner Natürlichkeit mit Notwendigkeit vollzieht – es ist nichts, was uns irgendeine Wahl ließe, dem wir uns entziehen könnten. Und auch der Prozess der Digitalisierung ist ein Prozess, der sich weiterhin vollziehen wird. Aber der genauso ein unnötiger Prozess ist. Ich sehe den Cyborg nicht als Krone der Schöpfung, als Endpunkt der Evolution. Evolution ist ein Prozess natürlicher Auslese und ich stimme nicht mit Hans Moravec überein und sehe die Technik als Teil der Natürlichkeit, weil sie aus ihr entstanden ist. Dinge, die der menschliche Geist schafft, stellen sich nicht zwangsläufig deshalb als natürlich dar. Der Transhumanismus sieht unsere Existenz als Verschwendung von Ressourcen, ich sehe alles was danach kommt nicht mehr als existent. Sicher könnte man in der Virtualität ewig leben, aber wer will das denn? Sicher könnte man als Cyborg das Aussterben der menschlichen Rasse erleben, aber wozu? Nach dem Verlust vielleicht nicht aller Körperlichkeit, aber zumindest aller Menschlichkeit – inwiefern wäre die Fortexistenz noch erstrebenswert? Ich halte weder die Vorstellung eines eigens gestalteten Nachkommen, noch die endlose Existenz in der körperlosen Wirklichkeit, den Genuss fremder Erfahrungen durch ein Gehirn-Interface in irgendeiner Weise für erstrebenswert.
Bill McKibben veröffentlichte 1989 sein Werk „Das Ende der Natur“, indem er zeigt wie die Menschen ihr eigenes Grab geschaufelt haben. Der Schriftsteller T.C. Boyle schreibt dazu „Wir leben in einem Fischglas, dessen Wasser wir selbst verschmutzt haben“24. Durch die Einflussnahme des Menschen kann die Erde nicht mehr als natürlich bezeichnet werden und ist, über kurz oder lang, dem Untergang geweiht. Demzufolge gibt es keine Natur mehr, zu der man in irgendeiner Form zurück kann, es gibt kein Zurück mehr. Der „Point of no return“ wurde erreicht und was man tun kann, ist in eine Zukunft zu schauen, deren einzige Überlebenschance eine „brave new world“ in der Virtualität zu sein scheint. Die Wahl, die die entsprechende Generation dann noch treffen kann ist dieselbe, die Neo in „The Matrix“ zu treffen hatte, für oder gegen die Matrix.
Notwendig sind die meisten Weiterentwicklungen, einfach auch weil sie möglich sind und was möglich ist, sollte vielleicht auch realisiert werden, aber nicht um jeden Preis und nicht wenn man sich vor Augen hält, wie unnötig das Ergebnis sein könnte.
Evolution und Transhumanismus 1
Why the future doesn’t need us? 2
Posthumanistische Körperkonzepte 2
Von Frankenstein zum Terminator – Der Cyborg als reale Zukunftsversion? 7
Virtuelle Realität ohne Realität? 11
1 Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra
2 Julian Huxley 1957: New bottles for new wine
3 Nick Bostrom, Yale University: Transhumanist Values (www.nickbostrom.com/tra/values.html)
4 Michel Houellebecq 2007: Die Möglichkeit einer Insel, S. 60
5 Hans Moravec 1990: Mind Children, S. 12 f.
6 Oliver Krüger: Gnosis im Cyberspace, S. 144 in: Kristiane Hasselmann 2004: Utopische Körper
7 Norbert Wiener 1962: Kybernetik
8 Oliver Krüger: Gnosis im Cyberspace in: Kristiane Hasselmann 2004: Utopische Körper
9 Ray Kurzweil zitiert nach Barbara Orland: Artifizielle Körper, S. 10
10 Randi Gunzenhäuser 2006: Automaten – Roboter – Cyborgs, S. 60
11 Slavoj Zizek zitiert nach Oliver Krüger: Gnosis im Cyberspace, S.131
12 Randi Gunzenhäuser 2006: Automaten – Roboter – Cyborgs, S. 68
13 Hannu Eerikäinen 2000: Cyberspace – Cyborg – Cybersex in: Bernd Flessner: Nach dem Menschen, S. 138
14 Frank Wittig 1997: Maschinenmenschen, S. 130
15 Frank Wittig 1997: Maschinenmenschen, S. 132
16 Frank Wittig 1997: Maschinenmenschen, S. 134
17 Randi Gunzenhäuser 2006: Automaten – Roboter – Cyborgs, S. 52
18 The financial times: James Harkin, Published: November 17 2006
21 Mark Dery 1996: Die Kultur der Zukunft, S. 179
24 T.C. Boyle: Hoffnung? Keine! In: Die Zeit Nr. 17 vom 19.4.2007
1 Kommentare:
nix los hier! ich will nackte tatsachenberichte aus deinem leben hier sehen! und keine wikipedia-kopien!
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